Isla Pingüino

Auch wenn es nicht um 08:00 Uhr losging. Es wurde allerdings auch nicht das gefürchtete südamerikanische "manana".

Mit etwa 20 Gästen ging es gegen 08:30 Uhr los. Zuerst auf die gegenüberliegende Uferseite mit einigen Magellan Pinguinen.

Wir waren bereits in einigen Pinguin Kolonien, aber jetzt sehen wir diese tollen Vögel erstmals vom Schiff aus. Eine andere Richtung und es ergeben sich eindrucksvolle neue Eindrücke.

Von der Basis der Darwin Expedition bis zur Isla Pingüino sind es etwa 25 Kilometer, davon 20 im offenen Atlantik. Obwohl es bereits um 08:00 Uhr 16° warm ist und die Sonne scheint, ist es auf dem Wasser und im Fahrtwind eines schnellen Zodiacs sehr frisch. Gut, dass wir warm angezogen sind.

Vor den Pinguinen kommen wir aber noch zu einer etwas kleineren Insel. Diese  beherbergt einige Seelöwen. Auch die können wir gut vom Zodiac bewundern. Um diese Jahreszeit sind nur männliche Jungtiere da, was aber unsere Begeisterung nicht schmälert.

Pinguine anschauen – wird das nicht irgendwann langweilig?

Nicht wenn man das – wie wir – zur richtigen Jahreszeit tut. Die Isla Pingüino war nach Punta Tombo und Cabo dos Bahias unsere 3. Kolonie von Magellan Pinguinen. Und wer sich unsere Bilder genau ansieht, wird feststellen, wie schnell aus Eiern und kleinen Küken ansehnliche Jungtiere werden.

Wechseln sich beim brüten und beim füttern der ganz jungen Pinguine noch Weibchen und Männchen ab, so werden beide benötigt, wenn die Jungen größer geworden sind und mehr Nahrung benötigen. Dann kommen diese in den Kindergarten.

 

Besonders gespannt waren wir auf die „Southern Rockhopper“ oder Felsenpinguine, da es sich um die nördlichste Kolonie dieser Pinguinart handeln soll. Ansonsten kommen sie nur noch auf den subantarktischen Inseln vor.

Auf der Insel gibt es allerdings nicht nur Vögel im Frack. Es gibt auch verschiedene sonstige Meeresvögel. Unter anderen die uns bisher nicht bekannte Große Raubmöwe, auch Skua genannt. Eine Unterart ist die Chileskua, die an den Küsten des südlichen Südamerika unter anderem in Argentinien im Departamento Deseado vorkommt.

Unsere Führerin Roxana wies uns darauf hin, dass wir bei unserem Rundgang auch in das Brutgebiet dieser Bodenbrüter kommen. Und bat uns, im Gänsemarsch mit über den Köpfen erhobenen Händen zügig das Gebiet zu überqueren, da es gerade Brutzeit ist und die Vögel (Raubmöwen) sehr aggressiv auf Eindringlinge reagieren.

Obwohl Bärbel sich brav an die Anweisung gehalten hat, wurde sie von einem Vogel angegriffen und kräftig am Kopf getroffen. So kräftig und unerwartet, dass sie seitlich umgestoßen wurde und mit der Hüfte auf einen Felsen fiel. Etwas benommen rappelte sie sich wieder auf. Glücklicherweise hat sie sich nichts gebrochen. Es gab „nur“ einen großen blauen Fleck. Anlass für den Angriff war sicher die Tatsache, dass Bärbel ein Vogelküken am Boden entdeckt hat und angehalten hat, um mir mit dem ausgestrecktem Finger das Küken zu zeigen. Das passte der Vogelmutter – verständlicherweise – überhaupt nicht.

Nach Lunch und Siesta ging es zurück zur Basis.

Zurück im Ria Deseado sahen wir die uns bislang unbekannten Commerson Delfine, die einen aus dem Hafen auslaufenden französischen Segler begleiteten.

Trotz des Zwischenfalls mit dem Skua ein richtig toller Ausflug. Nicht zuletzt auch durch die sach- und fachkundigen Informationen von Roxana.

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Kommentare: 1
  • #1

    C+W Sprintersterne (Montag, 12 Januar 2015 15:57)

    Hallo Bärbel, wer ist denn der fremde Mann an Deiner Seite? Jens haben wir doch irgendwie anderst in Erinnerung, smile......

    Skua sind immer mit großer Vorsicht zu genießen, der blaue Fleck geht sicher vorbei, gute Besserung.

    Herzliche Grüße
    Christa und Walter

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