Península Valdés

Montag, 8. bis Donnerstag 11. Dezember

Die Halbinsel Valdés liegt in der argentinischen Provinz Chubut. Sie gehört als eines bekanntesten Naturreservate im argentinischen Teil Patagoniens seit 1999 zum UNESCO Weltnaturerbe.

Landschaftlich ist sie typisch für die patagonische Steppe. Man findet hier den Nandu, den südamerikanischen Straußenvogel, den Guanako, eine Lama Art.

Bekannt ist Valdés aber insbesondere durch ihre Bedeutung für verschiedene Meeressäuger.

Das sind Seelöwen und See-Elefanten sowie Magellan Pinguine. Von ganz besonderer Bedeutung sind jedoch die Wale. Insbesondere in den Wintermonaten April bis August finden die Orcas reiche Beute. Im Golfo Nuevo finden sich die Südkapern, eine Art der Bartenwale. Sie kommen in der zweiten Jahreshälfte um sich hier in der Gegend fortzupflanzen und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Ende November verabschieden sie sich in der Regel aus dieser Region.

Im Prinzip hatten wir unsere Reise auf die Halbinsel Valdés abgestimmt.

Mitte September  → Abreise aus Deutschland

Mitte Oktober      → Ankunft in Montevideo

Mitte November  → immer noch eine gute Zeit zur Walbeobachtung

Leider hat das ja aufgrund der Fahrplanverschiebung nicht so ganz geklappt. Wir sind etwas später dran als geplant, und waren daher sehr skeptisch ob noch Wale vor Ort sind, oder ob sie sich schon auf den Weg in den Süden aufgemacht haben.

Montag, 8.12

Also ging es bereits am Montag ins Naturreservat Península Valdés. Der Eintritt beträgt 180 Pesos / Person.

Wir fuhren zuerst ins Touristenzentrum Puerto Pirámides. Der einzige Ort mit Infrastruktur und offiziellen Campingplatz ist gleichzeitig der Startplatz für die organisierten Walbeobachtungen vom Schiff.

In der netten Touristeninformation erklärte man uns, dass es zwar verschiedene Betriebe gibt, die aber ihre Leistungen und Preise „koordiniert“ haben. Und in Zeiten wie diese auch ihre Gäste teilen. Gibt es zu wenig Nachfrage so fahren auch weniger Boote. Man tauscht sich aus. Die einstündige Tour kostet 640 ARG $ / pro Person. Unsere 14:00 Uhr Tour startete um 14:45 Uhr. Das Boot war nicht voll und unsere argentinische Begleiterin konnte uns in verständlichen Englisch viele gute und nützliche Informationen vermitteln.Insgesamt sahen wir etwa 6 Wale mit ihren Jungen, darunter ein weißes. Weiße Waljunge sollen sehr selten sein, das haben wir bereits in Südafrika gehört.

Wir waren so hastig in Puerto Madryn aufgebrochen, dass wir kaum noch Trinkwasser an Bord hatten. Daher wollten wir den lokalen Campingplatz aufsuchen. Der auf uns aber keinen besonders guten Eindruck machte.

Wir fuhren also nach außerhalb auf den von vielen Reisenden hoch gelobten Stellplatz Punta Pardelas. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Auf der rechten Seite unserer kleinen Bucht wurde ein grandioser Sonnenuntergang inszeniert, auf der linken Seite hatten wir Besuch einer Walmutter mit ihrem Jungen.

Dienstag, 9.12

Am Dienstag fuhren wir zuerst nach Puerto Pirámides um ein paar Einkäufe zu machen und vollzutanken. Dann ging es auf Inselrundfahrt. Auf insgesamt gut ausgebauten Schotterstraßen. Kaum Wellblech aber Staub ohne Ende. Ob unser Auto jemals wieder sauber wird???

Wir sind heute direkt in den Norden der Insel zur Punta Norte gefahren.

Um dort zum Hochwasser gegen Mittag Orcas zu sehen. Dies soll einer der Orte sein an denen man sie häufig sieht.

Unterwegs sahen wir erstmals Guanakos. Die uns sicher in den nächsten Wochen und Monaten öfter begleiten werden. Auch Nandus und die berühmten Pampashasen liefen uns über den Weg.



Was wir natürlich nicht sahen - das waren Orcas.

Wie uns aber der Ranger vor Ort erklärte, gibt es die hier, aber nicht um diese Jahreszeit. Hier gibt es derzeit für sie nichts zu holen.

Um diese Jahreszeit kann man sie, sofern sie überhaupt da sind, am besten ebenfalls zum Hochwasserzeit weiter südlich am Caleta Valdés sehen. Die letzte Sichtung war am Sonntag, den 7.

Wir fahren weiter die Schotterstraße, oder wie man hier sagt, die camino del ripio Richtung Süden eben in Richtung Caleta Valdés. Hier gibt es Seelöwen und Magellan Pinguine zu sehen. Über Punta Cantor wollen wir zur Punta Delgada. Hier soll es die größte See-Elefanten Population der südlichen Hemisphäre geben.

Plötzlich verfinstert sich der Himmel. Es fängt gewaltig an zu stürmen. Die Straße ist zeitweise nicht mehr zu sehen. Wir lassen Punta Delgada mit dem Leuchtturm links liegen und beeilen uns nach Punta Piràmides zu kommen. Bei der unsicheren Wetterlage bleiben wir besser über Nacht im Ort. Und können versuchen dort nett Fisch zu essen.

Mittwoch, 10.12

Heute geben wir den Orcas noch eine Chance. Wir fahren über die Ruta 3 und 52 direkt zur Caleta Valdes. Hochwasser ist dort gegen 13:00 Uhr. Und sehen wieder die Pinguine.

Was sich nicht sehen läßt - das sind die Orcas.

Wir fahren allerdings heute weiter zum Punto Delgada. Zum Leuchtturm und zur See-Elefanten Kolonie.

Die nahe gelegene Estanzia betreibt hier ein Hotel und Restaurant. Und beschäftigt Führer, die sehr informativ über diese tollen Meeressäuger berichten.

Wir haben Glück und müssen nicht mit einer größeren Busgruppe losziehen, sondern können uns einer kleinen Gruppe Italiener anschließen.

Leider sind um diese Jahreszeit nur die - überwiegend männlichen - Teenager zu sehen. Die älteren Tiere haben die Region bereits verlassen.

Weiter geht es wieder auf unseren tollen Übernachtungsplatz Punta Pardelas. Unterwegs kommen wir an einem Salzsee vorbei, mit 35 Meter unter dem Meeresspiegel einer der tiefsten Punkte Südamerikas.

Am Abend kommen noch Nathalie & Flavio und leisten uns in der stürmischen Nacht Gesellschaft.

Donnerstag, 11.12

Heute gibt es Wal zum Frühstück

Es war mal wieder ein strahlender Morgen. Und im Windschatten bereits angenehm warm. Glücklicherweise hatten wir heute unser Fernglas mit am Frühstückstisch, denn man weiß ja nie...

Zu unserem kleinen Jubiläum – unserem 50. Reisetag – gab es bereits zum Frühstück Überraschung.

Ein Wal mit ihrem Jungen schaute mal vorbei.

Bärbel bemerkte eine nicht allzu weit entfernte Stelle an der sich das Wasser bricht. Aber die Stelle bewegte sich. Sollte uns da etwa ein Wal seine Aufwartung machen?

Richtig. Eine Wal Mama mit ihrem Jungen schaute für ein knappes Stündchen vorbei. Fast zum Greifen nah bewegten sie sich langsam durch unsere kleine Bucht.

Wir wären gerne noch länger geblieben. Aber irgendwann muss es weiter gehen. Es geht über die Schotterstrasse Ruta 42 über die strände des Schutzgebietes El Doradillo zurück auf den ACA Campingplatz in Puerto Madryn.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

follow us auf  facebook