Piste & Papageien

Die Nacht mitten in Carmen de Patagones war unspektakulär.

Kaum Verkehr, wenig Lärm – wir fühlten uns jederzeit sicher.

Über den Rio Negro fahren wir nach Viedma, in die Provinz Rio Negro. Unser 1. Ziel für heute ist El Cóndor, ein aufstrebender Badeort. Für uns allerdings nicht besonders interessant. 

Deshalb fahren wir weiter. Auf die Küstenstraße Ruta Provincial 1, dem sogenannten Camino de la Costa entlang des Golfo San Matias. Am ältesten Leuchtturm Argentiniens, dem Faro del Rio Negro, begegnen uns zum ersten Mal die „loros barranqueros“ oder der südamerikanische Felsensittich. An der sich Richtung Süden erstreckenden Steilküste soll sich die weltweit größte Kolonie dieser wunderschönen Vögel ausbreiten.

Einen interessanten Forschungsbericht findet man hier. Oder hier als download.

Im weiteren Verlauf der Küstenstraße liegen zahlreiche Strände und Buchten, viele davon vollkommen unberührt und nur über Kletterpfade zu erreichen. In einigen Gebieten werden derzeit Ferienkomplexe gebaut, die jedoch den ursprünglichen Charakter der Gegend nicht stören - 99% der Küste sind nach wie vor ohne jegliche Infrastruktur.

28 km westlich von El Cóndor liegt La Lobería, ein winziger Badeort mit einem Campingplatz und einem Restaurant-Café. Der Ort ist interessant wegen seinen kuriosen Küstenformen mit in die Felsen gewaschenen Becken und Kanälen. Der Strand liegt unterhalb der etwa 100 m hohen Steilküste und ist über eine recht steile Treppe oder alternativ mit einer kleinen "Bergbahn" zu erreichen.

Ab El Loberia beginnt unsere 1. Pistenfahrt. Laut Straßenkarte des ACA (argentinischer Automobilclub) handelt es sich um eine „blaue“ Straße der Kategorie „Consolidado“. Ich würde das als Schotterpiste bezeichnen. Das sind so in etwa 150 km Staub bis wir wieder die Ruta 3 erreichen

Weiter geht es zur Lobería Punta Bermeja auf einer kleinen Halbinsel, eine Seelöwen- und See-Elefanten-Kolonie mit einem Besucherzentrum mit einem kleinen Museum. Die dort anwesenden Naturschützer sind freundlich und erklären gerne das Verhalten und den Reproduktions-zyklus der Tiere. Der Eintritt beträgt 30 Pesos pro Person.

Weiter geht es vorbei an unberührten Stränden mit beeindruckenden Dünenlandschaften und Buchten.

In Bajada de Echandi halten wir kurz die Füße in das doch noch sehr kalte Wasser des Mar Argentino Oceano Atlantico Sur.

Kurz hinter Bahia Creek, einem verschlafenen, noch im Aufbau befindlichen, Badeort schlagen wir mit Blick zum Meer unser Nachtquartier auf. Und Gauchito Gil sorgte für eine angenehme Nacht.

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